Moorböden im Dienstgebiet unseres AELF Holzkirchen
Klimaschutz durch Moorbodenschutz

Nassgrünland, dahinter Büsche und Bäume

© LfL

Im Dienstgebiet des AELF Holzkirchen befinden sich insgesamt 12.094 Hektar Moorbodenfläche. Davon werden 5.271 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Dies entspricht einem Anteil an der landwirtschaftlichen Gesamtnutzfläche (55.921 Hektar) von etwa 9%. Von der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden aktuell gute 99% der Moore als Dauergrünland bewirtschaftet. Größere Moorflächen im Dienstgebiet befinden sich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in den Gemeinden Königsdorf, Bad Heilbrunn, Benediktbeuern. Im Landkreis Miesbach befinden sich die meisten Moorflächen in den Gemeinden Irschenberg und Weyarn.

Beim aktiven Klimaschutz rücken Moorböden in den Fokus: Das Anheben der Wasserstände stoppt den Abbau des Torfkörpers. Die CO2-Emissionen sinken. Gefragt sind Lösungen. Wie kann der Wasserstand auf Moorböden angehoben werden und zugleich die Fläche nachhaltig wertschöpfend genutzt werden? Welche Nutzungsalternativen gibt es? Wäre das eine zukunftsweisende Option auf meinen Flächen? Wie wirken sich die Maßnahmen auf den Gesamtbetrieb aus?

Für wiedervernässte Moorstandorte sind unterschiedliche Nutzungen denkbar:

  • Paludikulturen
  • Feucht- und Nassgrünland
  • Kurzumtriebsplantagen mit geeigneten Gehölzen
  • Moor-Photovoltaik
Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) forscht und informiert über die Rolle von Moorböden beim Klimaschutz, Bewirtschaftungsmaßnahmen bei gehobenen Wasserständen und Fördermaßnahmen.

Maßnahmen und Vorgehen

Maßnahmen im Moorbauernprogramm

Ziel des Moorbauernprogramms ist es, die Rahmenbedingungen und Angebote für eine klimaverträgliche Nutzung auf Moorböden zu schaffen und die Umsetzung zu begleiten. Der Freistaat Bayern setzt dabei auf eine enge Kooperation aller Beteiligten, von den Landeigentümern über den Landbewirtschafter bis hin zu den Fachverwaltungen und auf Freiwilligkeit.

Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) zur einzelflächenbezogenen Förderung - Staatsministerium Externer Link

Schritte bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz

1. Information und Beratung unseres AELF
Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) informiert und berät Interessierte zu den Möglichkeiten vor Ort sowie zu den Maßnahmenprogrammen.
2. Beratung und Begleitung bei konkreten Vorhaben
Bei konkreten Ideen und Vorhaben prüfen unser AELF und das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) mit den Akteuren vor Ort die Möglichkeiten einer nassen Nutzung und entwickeln gemeinsam Handlungsoptionen.

3. Umsetzung

  • Ist die Entscheidung der Flächeneigentümer bzw. Flächenbewirtschafter für ein Vorgehen gefallen, begleiten AELF und ALE bei der Umsetzung.
  • Für die Nutzung als Nassgrünland oder Paludikultur im Rahmen von M 14 und M 16 sind technische Einrichtungen zur Wasserstandsregulierung erforderlich. Diese müssen in der Regel neu geschaffen werden. Die Einrichtung von Vorrichtungen zur Wasserstandregulierung und Wiedervernässung erfolgt in der Regel im Rahmen des Instrumentenkastens der Ländlichen Entwicklung.
  • Sind die Voraussetzungen gegeben, kann der Bewirtschafter eine Maßnahme zur Flächenförderung (AUKM) beantragen. Unser AELF informiert und berät dazu.

Aktuelles

Moorbodenschutz und Bodenerhalt mit Praxisbeispiel Beweidung auf Moor

Wasserbüffel stehen auf Moorfläche

© Antonia Grandl

Am 3. März 2026 lud das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen zur Exkursion „Moorbodenschutz und Bodenerhalt mit Praxisbeispiel Beweidung auf Moor“ in den Loisach-Kochelsee-Mooren im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ein. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in Maßnahmen zum Erhalt mooriger Flächen und deren Bewirtschaftung durch Beweidung.
Zu Beginn wurde eine wiedervernässte Moorfläche des Don Bosco Klosters Benediktbeuern besichtigt, die seit einigen Jahren mit Wasserbüffeln und Hochlandrindern von der Familie Sindlhauser aus Benediktbeuern beweidet wird.

Vor Ort wurden durch den Landwirt Franz Sindlhauser praktische Aspekte der Beweidung von Moorflächen erläutert. In seinen Ausführungen ging er u.a. auf Haltung und Fütterung, Infrastruktur, Finanzierung und den Wasserhaushalt auf der Fläche ein.

Im Anschluss gab es zwei Fachvorträge:

Theresa Venhoda, Moorschutzberaterin am AELF Holzkirchen, vermittelte Grundlagen zu Mooren, Schutzmaßnahmen und Handlungsempfehlungen. Antonia Grandl, Moorschutzbeauftragte des Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern, informierte darüber, wie der Freiwillige Landtausch und das Programm FlurNatur im Moorschutz unterstützen können.

Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung des praxisnahen Austauschs verschiedener Akteure. Danke an alle Teilnehmenden für die konstruktiven Gespräche und ihr Engagement für unsere Moore.

Wasserbüffel stehen auf Moorfläche

© Antonia Grandl

Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen vor eingezäunten Wasserbüffeln

© Antonia Grandl