Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestände rund um das Thema Waldpflege

Baumstumpf zwischen einer Tannen und Buchen Verjüngung im Wald

© Robert Nörr

Förderung von gesunden und qualitativ hochwertigen Bäumen für eine bessere Mischung und Struktur der Bestände.

Baumarten wie Fichte, Kiefer und auch Buche, die heute den Hauptteil unserer Wälder ausmachen, kommen besonders im Reinbestand zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.

Musterbestand der Gemeinde Dietramszell

Ausgangslage

Früher war diese Waldfläche noch mit einem Fichten-Altbestand bestockt. Mitte der 90er Jahre fiel dieser Fichtenbestand jedoch dem Borkenkäfer zum Opfer. Um Schäden auf die umliegenden Fichtenbestände zu vermeiden, mussten alle Fichte gefällt werden. Die entstandene Kahlfläche wurde wiederaufgeforstet. Jedoch jetzt mit anderen Baumarten als wieder der Fichte.

Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers

Für die Wiederaufforstung war es für den Waldbesitzer wichtig einen stabilen Mischbestand zu begründen. Ein Mischbestand, der Ereignisse wie Sturm, Trockenheit und Insektenfraß besser verkraftet und somit die Hausforderungen des Klimawandels besser meistern wird. Ein echter Klimawald also.

Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Im Jahr 1996 wurde mit der Pflanzung des neuen Waldes begonnen. Gepflanzt wurde damals Tanne, Buche und Erle. Die Tanne wurde als Hauptbaumart im Pflanzverband von 2 auf 2 Meter gepflanzt. Zur Verbesserung der Streu und zu Steigerung der Struktur wurde zur Tanne die Buche als Nebenbestand in einem Abstand von 2 auf 4 Meter eingebracht. Die Erle wurde in einem Abstand von 5 auf 4 Meter zusätzlich gepflanzt um den Baumarten Tanne und Buche ein Schutz vor Frost, Hitze und Bodenaustrocknung zugeben. Dies war nicht zuletzt wegen der fehlenden Schutzwirkung des Altbestandes notwendig. Im Jahr 2008 wurde zur Förderung der Tanne und Buche der Fichten-Jungwuchs leicht zurückgenommen und der Erlen-Schirm aufgelockert. Die Tanne zeigte sich in den folgenden Jahren außerordentlich wuchskräftig. In Winter 2016/17 wurde die erste Durchforstung durchgeführt. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Waldbesitzer beim Waldumbau neben einer Beratung auch mit interessanten Fördermöglichkeiten.

Zukünftige Maßnahmen

Im Winter 2022/23 ist bereits die nächste Durchforstung geplant. Ziel dieser Maßnahme ist es die schönsten und stärksten Tannen sowie die beigemischten Buchen zu fördern. Die Struktur wird durch die Durchforstung erhalten. Die Tannen bleiben als Einzelbäume stabil und die Mischung wird gesichert. Durch die stetige Pflege ist der Wald somit auf dem besten Weg ein Klimawald zu werden.

Musterbestand der Gemeinde Fischbachau

Ausgangslage

Wie noch zu erahnen ist, war dieser Waldbestand früher eine Wiese. Im Jahr 2013 wurde hier mit ca. 80% Schwarzerle und mit 20% Fichte aufgeforstet. Das war der erste Schritt in Richtung der Zielbestockung bestehend aus Buche, Tanne und Fichte.

Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers

Für die Erstaufforstung war es für den Waldbesitzer wichtig kein Risiko einzugehen, sondern auf Baumarten zu setzen, die für einen Vorwald ideal sind. Der eigentliche Wald, so wie er später dort entstehen soll, wird Stück für Stück in den kommenden Jahren gepflanzt. Die direkte Etablierung der Wunschbaumarten Tanne und Buche war im Gegensatz zur Erle und Fichte mit einem hohen Risiko behaftet. Frost, Trockenheit und nichts zuletzt Mäuse stellen gerade bei Erstaufforstungen große Gefahren dar. Fichte und Erle hingegen sind robust, bereiten den Boden vor und geben den Tannen und Buchen einen schützenden Schirm.

Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Sowohl Fichte als auch Erle sind insbesondere durch die intensive Pflege des Waldbesitzers über die ersten drei Jahre (Ausmähen) hervorragend angewachsen. Gut veranlagte Zukunftsbäume sind in hoher Zahl und Verteilung vorhanden. Die astreine Schaftlänge der Erle liegt bereits jetzt bei 5-6 Meter. Neben Aufforstung von Erle und Fichte hat der Waldbesitzer zudem nach Süden einen Waldrand, bestehend aus Haselnuss und Schwarzdorn gepflanzt. Der Waldrand bietet eine ökologisch wertvolle Strauchschicht und stellt einen fließenden Übergang zu den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen dar.

Zukünftige Maßnahmen

Für den Winter 22/23 ist eine erste Durchforstung in der Erle geplant. Daraufhin erfolgen regelmäßig weitere Eingriffe (ca. alle 3-4 Jahre). Ziel der intensiven Durchforstung ist es, dass die schnellwüchsige Erle ihre Krone früh stark ausbildet. Eine große Krone als Motor kurbelt das Dickenwachstum an. So kann bereits in ca. 30 Jahren mit einer Stärke von 40cm bei der Erle gerechnet werden. Parallel zur Pflege in der Erle soll der Folgebestand aus Buche und Tanne bereits im Voranbau unter der Erle gepflanzt werden. Werden die letzten Erlen geerntet, kann schon der Zielbestand erste Erträge zu liefern. Die Pflanzung von Tanne und Buche sowie die Pflege von Waldbeständen im Zuge des Waldumbaus können durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen gefördert werden.

Musterbestände der Gemeinde Eurasburg bei Königsdorf

Ausgangslage

Kaum zu glauben, dieser Mischwald war vor nicht allzu langer Zeit noch eine Wiese. Im Jahr 1997 wurde die Wiese von der Gemeinde Eurasburg mit der Unterstützung durch das damalige Forstamt Wolfratshausen (jetzt Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen) aufgeforstet. Die Besonderheit der Aufforstung: Bereits damals wurden sehr viele verschiedene Baumarten verwendet. Mit passender Pflege wurde ein Mischwald geschaffen, welcher sehr schön zeigt, wie baumartenreiche Wälder im Oberland bewirtschaftet werden können.

Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers

Für die Gemeinde stand und steht ein strukturreicher und stabiler Mischwald im Vordergrund. Nur so kann der Wald die Herausforderung des Klimawandels bestmöglich meistern und auch der nächsten Generation eine lebenswerte Umwelt bieten“. Für die Gemeinde ist es wichtig einen gesunden und stabilen Wald zu haben, auch und gerade in Hinblick auf den Klimawandel.

Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Damit ein stabiler Mischwald nachwachsen kann wurde bereits viel getan. Schon bei der Pflanzung wurde ein buntes Portfolio an Baumarten gewählt: Lärche, Linde, Bergahorn, Eiche, Douglasie, Erle und Buche. Die Pflanzung dieser Baumarten erfolgte keineswegs planlos, vielmehr wurden die verschiedenen Baumarten unter Beachtung der Wachstumseigenschaften sinnvoll miteinander kombiniert. Nach Pflanzung wurde die junge Forstkultur regelmäßig gepflegt, damit sie nicht von der Brombeere überwachsen wird.

Zukünftige Maßnahmen

Nach der Schaffung einer sehr guten Basis, gilt es in der künftigen Bewirtschaftung die Vitalität und Stabilität von einzelnen Bäumen zu fördern. So wird sichergestellt, dass die Mischung erhalten bleibt und Bäume mit hoher Werterwartung dicker werden können. Für diese Maßnahme steht der Gemeinde die Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen und das AELF Holzkirchen mit Rat und Tat zur Seite.

Musterbestand der Gemeinde Wolfratshausen

Ausgangslage

Schon vor 40 Jahren entschied sich der Waldbesitzer sehr vorausschauend, im Schutz des alten Fichtenwaldes einen neuen Mischwald zu pflanzen. Als Baumarten wählte er Buche, Ahorn, Linde und Küstentanne. Fichte und Eiche kamen im Zaun natürlich auf. Baumarten mit gleichen Wuchsverhältnissen wurden in Kleingruppen gemischt, sodass die Mischung nicht durch gegenseitige Konkurrenz gefährdet wird. Die Altbäume wurden nach und nach entnommen, der Nachwuchs konsequent durchforstet und gepflegt.

Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers

Für den Waldbesitzer ist die Bewirtschaftung des Waldes eine Frage der Verantwortung für die nächsten Generationen. Durch konsequente Pflege und Jagd sowie Ergänzungspflanzungen soll ein Wald entstehen, der auch in Zukunft seine vielseitige Funktion erfüllen kann.

Der Weg zum heutigen Erscheinungsbild

Entscheidend für das heutige Erscheinungsbild war neben der gut gewählten Pflanzung eine passende Pflege. Vor zwölf Jahren begann der Waldbesitzer, gemeinsam mit der Unterstützung des Beratungsförsters vom AELF Holzkirchen, den Wald konsequent zu durchforsten. Ziel der Entnahme von einzelnen Bäumen war es, seltene Mischbaumbarten (wie z.B. Eiche und Vogelbeere) zu erhalten sowie die Stabilität und den Zuwachs von besonders vitalen und gut geformten Bäumen zu erhöhen. Dies konnte bisher sehr gut erreicht werden, wie einzelne Bäume mit einer für dieses Alter erstaunlicher Dimension belegen.

Zukünftige Maßnahmen

Junge, gut gepflegte Mischbestände sind sehr wuchskräftig. Bei diesem schnellen Wachstum gilt es, immer mit Pflege dranzubleiben. In diesem Alter empfiehlt es sich, den Wald spätestens alle vier Jahre wieder zu durchforsten. In diesem Bestand steht für Herbst 2022 die nächste Durchforstung an. Zur Entscheidung über die Stärke und Art des Eingriffes sowie der zeitlichen Staffelung der Durchforstungsgänge nutzt der Waldbesitzer abermals die kostenlose Fachexpertise des Beratungsförsters.
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